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Physikalische Eigenschaften von Staubexplosionen

Wichtige physikalische Kenngrößen zur Bewertung von Staubexplosionsrisiken und zur Auslegung eines sicheren Prozesses

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Zusammenfassung des Abschnitts
1. Zusammenfassung der Entzündbarkeits- und Explosionseigenschaften von Staub

1. Zusammenfassungstabelle der Entzündbarkeits- und Explosionseigenschaften von Staub

Ein zentraler Punkt bei der Durchführung einer Staubexplosionsrisikoanalyse ist, dass ein Material, sobald es oxidieren kann – also entzündbar ist – ein Staubexplosionsrisiko darstellt. Das Explosionsrisiko und dessen Folgen werden anhand der physikalischen Eigenschaften des untersuchten Pulvers bewertet.

Es ist erforderlich, diese physikalischen Daten durch Experimente zu ermitteln, die von anerkannten Sicherheitsinstituten durchgeführt werden sollten. Diese Daten sollten Teil der Sicherheitsdatenblätter (MSDS) der Produkte sein, sind jedoch manchmal unvollständig, fehlen oder sind nicht zuverlässig, was neue Tests erforderlich macht.


Tabelle 1: Staubexplosionseigenschaften

Eigenschaft Definition
Minimale Zündenergie MIE (mJ)

Diese Kenngröße ist für die Analyse von Staubexplosionsrisiken sehr wichtig, da sie zeigt, wie leicht eine Staubwolke entzündet werden kann.

Die MIE entspricht der minimalen Energie, die durch einen Funken auf eine Staubwolke einer bestimmten Konzentration übertragen werden muss, um sie zu entzünden.

Die Werte liegen zwischen 1 und 1000 mJ. Je näher der Wert an 1 mJ liegt, desto leichter kann die Staubwolke explodieren, was spezifische Prozessauslegungen erfordert.

Minimale Zündtemperatur
MIT
(°C)

Wenn eine Staubwolke mit einer heißen Oberfläche in Kontakt kommt, kann sie explodieren. Die minimale Zündtemperatur (MIT) ist die Mindesttemperatur, bei der eine heiße Oberfläche eine Staubwolke entzündet.

MIT-Werte von 200–300 °C sind recht verbreitet. Je niedriger die Temperatur, desto höher müssen die Vorsichtsmaßnahmen sein, um heiße Oberflächen im Prozess oder im Prozessbereich zu vermeiden. Motoren sollten beispielsweise besonders beachtet werden.

Selbstentzündungstemperatur von Staubschichten

Abbildung 1: Physikalische Bedeutung der SIT

Selbstentzündungstemperatur
SIT (5 mm)
(°C)

Wenn Pulver eine Schicht von 5 mm auf einer heißen Oberfläche bildet, kann es zu Glimmen kommen. Die SIT misst die minimale Oberflächentemperatur, die erforderlich ist, um eine 5-mm-Schicht des Pulvers zu entzünden.

Dies kann besonders gefährlich sein, da das brennende Pulver einen Brand auslösen oder eine Explosion verursachen kann, wenn es mit einer Staubwolke in Kontakt kommt.

Elektrischer spezifischer Widerstand des Pulvers (Ω·m)

Der elektrische spezifische Widerstand des Materials ermöglicht die Bewertung, wie leicht es elektrostatische Aufladungen aufbauen kann. Wenn das Material leitfähig ist, dissipieren diese Ladungen leicht; bei hohem Widerstand kann es jedoch zu erheblichen Aufladungen kommen.

Der Widerstand spielt eine Rolle bei Kegelentladungsexplosionen, die typischerweise in Silos nach dem Befüllen auftreten können.

Minimale explosive Konzentration (kg/m³)

Damit eine Staubwolke explodieren kann, muss die in der Luft schwebende Pulverkonzentration ausreichend hoch sein. Diese Mindestkonzentration wird als minimale explosive Konzentration bezeichnet.

Sie liegt in der Regel niedrig, im Bereich von 0,02–0,04 kg/m³, je nach Produkt. Obwohl diese Konzentration gering erscheint, ist eine Staubwolke mit solcher Dichte visuell sehr dicht – bei dieser Konzentration ist es sehr schwierig, 1–2 m weit zu sehen.

Druckanstieg und Pmax bei Staubwolkenexplosionen

Abbildung 2: Druckprofil einer Staubexplosion

Maximaler Explosionsdruck
Pmax

(bar)

Wenn eine Explosion in einem geschlossenen Raum auftritt, führt dies zu einer Ausdehnung der Gase durch Verbrennung und Erwärmung und damit zu einem Temperatur- und Druckanstieg. Je nach Staubmaterial variiert der maximale Druck. Pmax charakterisiert den maximalen Explosionsdruck für ein bestimmtes Pulver.

Dieser Wert wird zur Dimensionierung von Explosionsschutzsystemen verwendet.

Der maximale Druck liegt üblicherweise im Bereich von 4–10 bar, sollte jedoch für jedes Material separat bestimmt werden.

Explosionskonstante
Kst oder Kmax (bar·m/s)

Der Druckanstieg bis Pmax kann je nach Material schneller oder langsamer verlaufen. Die Druckänderung kann durch die Explosionskonstante Kst (in einigen Ländern auch Kmax genannt) beschrieben werden.

Je höher Kst, desto schneller entwickelt sich die Explosion und desto rascher steigt der Druck an.

Kst ist erforderlich, um Explosionsschutzeinrichtungen wie Explosionsklappen so zu dimensionieren, dass sie schnell genug reagieren, bevor der Druck Pmax erreicht.

Pulver können je nach Kst in Explosionsklassen eingeteilt werden:

St1: 0 < Kst < 200

St2: 200 < Kst < 300

St3: 300 < Kst < 600